..war mein Gedanke, als ich um 6.20 Uhr am HBF Hannover angekommen war. Bepackt mit Rucksack, Reisetasche und Onur zu meiner Linken erreichte ich am frühen Morgen die wartende Gruppe meines Politikkurses.
Onur holte sich noch schnell was zu trinken und dann ging es los. Wir latschten zu unserem Gleis, stiegen in den Zug und suchten die für uns vorgeschriebenen Plätze. Onurs Platz war nicht unter diesen Plätzen, was ihn aber nicht sonderlich störte. Also blieben wir dort sitzen, packten Essen und Trinken aus und begannen langsam mit dem Frühstück.
Irgendwann stieg eine Klasse ein, die bis auf 3 Gaylords nur aus Mädchen bestand. Sie setzten sich genau vor uns…die wohltuende Ruhe, die ich zum dösen brauchte, war so mit vernichtet. Ein paar mal sah es so aus, als wollte sich jemand auf Onurs Platz setzen, doch wir guckten einfach nach links aus dem Fenster und ignorierten alle Blicke oder Versuche uns zu sagen, dass das nicht unser Platz sei.
Die zugestiegene Klasse verstummte so langsam auch wieder, doch auf einmal packten die Lehrerinnen von den, die neben uns saßen, ihr Nähzeug aus und nähten irgendwelche Dinge. Onur und ich konnten nicht mehr.
Irgendwann, wir hatten Holland erreicht, meldete Herr Popp, dass in Brüssel die Züge streiken würden und wir mit dem Bus weiter düsen müssten. Also stiegen wir in Rosendhal aus und warteten auf den Bus, den das Hostel uns schickte. Wir hatten Hunger und ließen uns von einem Niederländer ein “Restaurant” empfehlen. Dort gab es nur Toastbrot mit Käse - einmal pur, einmal Käse und Schinken und einmal Mozarella. Uns blieb nichts anderes übrig und so aßen wir dort. Für diese gammelige Scheibe Toastbrot bezahlten wir 3.50 €. Wir zogen also weiter in der Hoffnung irgendwo noch was besseres zu finden. Wir gingen ein wenig durch Rosendhal, sahen eine Menge Pommes-Buden, die alle zu hatten (Montag ist Ruhetag O.o), einen Coffee-Shop und wie ein Rollerfahrer umgefahren wurde. “Dumm gelaufen” fiel Onur auf und uns juckte es nicht weiter.
Mit dem Bus ging es dann bis nach Brüssel vor unser Hostel: das Hostel Bruegel.
Ein wenig Vorfreude hatte ich schon, da wir endlich da waren und ich gespannt war, wie das Teil von innen aussehen würde. Somit war meine Enttäuschung groß, als ich dieses Gebäude betrat und sich mir ein Anblick von Dreistigkeit bot, den ich so noch nicht erlebt hatte.
Es gab einfach mal GAR NIX. NULL. NADA. Unser Zimmer beinhaltete einen “Kleiderschrank” ohne Türen oder sonstiges, einen kleinen wackeligen Tisch und zwei sehr ungemütliche Stühle. Schlafen mussten wir in einem Holzbett, mit einem harten Kopfkissen und einer vollgehaarten Decke. Onur nannte diese Pitbulldecke und wir schmissen sie erstmal in die Ecke. Weiter gab es ein kleines Bad mit Dusche und Waschbecken, welches nicht sehr einladen aussah, doch um weites besser war als die Gemeinschaftsdusche.
Im Zimmer konnte man also nur stehen oder sitzen und wer auf Rückenschmerzen steht konnte auch liegen.
Onur und ich wollten uns einen Eindruck vom ganzen Hostel machen und dachten uns, wir fangen einfach mal ganz oben an im 4. Stock. Das war wohl ein Fehler.
Wir wurden mit einem angenervten “excuse me, ca i help you?” begrüßt. Das war die Etage des Chefs und ich wollte schleunigst wieder runter und drückte energisch die Taste des 1. Stocks, worauf hin der Chef mir sagte, dass es reicht einmal zu drücken und nicht 17 mal.
Onur und ich lachten herzlich und gingen mit Yase und Esra einkaufen und was essen. Das die Preise einfach mal bei 2€ für ein abgefucktes billig Wasser anfangen und auch alles andere mindestens 3 oder 4 mal so teuer ist wie in Deutschland bemerkten wir schnell. Der Erstkontakt mit einem heimischen verhalf uns zu der Erkenntnis, dass die Pommes nicht so teuer sein sollten bei FritesLand. Also suchten wir die Bude auf und kauften uns Pommes. Yase und Onur hatten Angst vor neuen Kulturen und blieben lieber bei ihrer und so kauften sie sich was bei einer Dönerbude. Danach gingen wir noch zum Skater-Park und und rauchten Shisha und ließen den Tag ausklingen..
Am nächten Morgen fing die Qual dann erst richtig an. Wir kamen in den Essensraum und mir wurde beim Anblick des Frühstücks schlagartig anders und ich verzehrte mit Onur nur einen Kakao. Essen wollten wir diesen Fraß auf keinen Fall und aßen lieber unser am Vortag gekauftes. Danach hieß es: Stadtrundlauf! Fuck!
Wir stolperten 3 Stunden durch Brüssel und die Führerin laberte unaufhörlich von irgendwelchen Gebäuden. Da sie sehr leise redete verlor sie nach kurzer Zeit auch die letzten Interessenten. 
Danach ging es ins Parlament. Der Höhepunkt war der Diebstahl von Klopapier durch Onur, mir und der Hilfe von Richard unserem Komplizen.
Am Abend gingen wir nochmal alle zusammen auf die Suche nach einem Restaurant oder ähnlichem. Gelandet waren wir in einer Abstiege, in der es nichts zu essen gab und die Speisekarte unverständlich war.
Wir zogen also so schnell wie möglich in der vierer Runde weiter. Wir gingen zurück im Hotel und guckten uns auf dem Weg ein wenig die Stadt an. Onur hatte gefallen daran gefunden die Belgier anzupöbeln und ich stieg schon bald mit ein.
Zu Hause gammelten wir noch ein bisschen rum und sahen zum ersten Mal die Fernsehfrau. Es gab einen Gemeinschafts-Fernseher auf unserem Stock mit einigen Kino-mäßigen Sitzen.
Die Frau lunterte darin rum, lachte und redete mit sich selbst. Onur und ich lachten ein bisschen und gingen dann irgendwann in unser Zimmer.
Der Mittwoch startete genauso. Wir mieden das Frühstück und gingen sehr früh los. Bloß keine Zeit verlieren!
Der Tag war vollgestopft mit Programm und die Unlust wurde von Sekunde zu Sekunde größer. Wir begannen mit dem Besuch der deutschen Vertretung in Brüssel. Der Pressesprecher erwartete uns und hielt uns einen kleinen Vortrag. Einige schließen ein, einige tranken seine Getränke und ein paar hörten gelangweilt zu.
Danach ging es zum Gegner des Pressesprechers. Keine Ahnung wie das Gebäude hieß, aber auf jedenfall nahmen wir auch dort an einem Vortrag teil. Der Referent mochte die deutsche Vertretung wohl überhaupt nicht und disste diese. Onur schlummerter seelenruhig vor sich hin und ich kämpfte mit der Langeweile und Müdigkeit.
Dann hatten wir ein wenig Freizeit, doch wer denkt, wir könnten ins Hotel, der irrt. Das verdammte Hotel hatte jeden Tag von 10-14 Uhr geschlossen und so mussten wir uns irgendwo was zu essen suchen.
Onur und ich aßen etwasund liefen dann planlos rum. Wir sollten zu einem Museum, von dem wir weder Namen noch Standort kannten. Irgendwann setzten wir uns auf eine Mauer und warteten, bis vielleicht irgendwer vorbei kommt und uns sagt, wo wir hinmüssen. Irgendwann sahen wir noch ein paar Leute aus unserem Kurs, die herumirrten und schlossen uns denen an. Nachdem wir noch ein wenig umherliefen fanden wir schließlich den Laden und gingen rein.
Uns packte sofort die Langeweile und das extreme Desinteresse. Ich wollte mir keine Gemälde angucken und das von irgendwelchen Flämern erst recht nicht.
Onur und ich legten uns auf Bänke und chillten da vor uns hin, bis eine Aufpasserin uns sagte, dass dies kein Schlafplatz sei. Wir lachten uns kaputt und machten kurz darauf auch andere darauf aufmerksam, dass die Bänke nicht zum schlafen seien.
In mir stieg der Drang irgendwen zu ärgern und so fing ich an Leute zu erschrecken. Onur war der Kameramann und lachte unentwegt.
Als ich Michi und Christoph erschreckte merkte ich erst zu spät, dass Herr Popp genau hinter mir stand. Ich machte gleich zu Michi “Pssscht, nicht so laut”, doch Herr Popp hatte gemerkt, dass ich das war und sagt “Das machst du aber nicht nochmal, hm?”. Die Security Leute, die 3 Meter entfernt standen guckten dumm und so machten Onur und ich uns schleunigst aus dem Staub. Wir warteten die Restzeit ab.Anschließen wanderten wir eine halbe Stunde auf einem Weg mit einer gefühlten Steigung von 50 Grad zu einem Greenpeace Schuppen, denn unser Lernwille ist nach wie vor ungebrochen und wir wollten keinen Moment verpassen, indem wir nicht etwas interessantes erfahren.
Wir waren 40 Minuten zu früh da und gammelten vor dem Bunker rum. Von innen sag der Schuppen genauso aus, wie man ihn sich vorstellt. Überall unbehandelte Holzmöbel, Planzen und die Mitarbeiter sahen aus wie Ökofreaks. Wir setzten uns ganz nach hinten auf kaputte Stühle und guckten uns um, bis wir ein Telefon neben uns entdeckten. Wir riefen ein paar Leute an, aber es hatte niemand Lust mit uns zu telefonieren, doch der Spaß war groß.
Nach 1-2 Stunden war der Mist endlich vorbei.
Danach hatten wir wieder kurz frei, aßen etwas, kauften ein und gingen ins Hostel zurück.
Wir schmissen wie immer unseren Müll aus dem Fenster, doch diemals schien der Chef sehr verärgert und er suchte unser Zimmer auf. Er rumpelte rein, laberte uns voll und guckte grimmig. Wir taten, als hätten wir ihn nicht verstanden und guckten ihn erwartungsvoll an. Er packte Onurs Chipstüte, aus der er gerade aß, schmiss sie auf den Tisch und muckte Onur an: Dont be so arrogant to me, fucking prick!
Ich sah in Onurs Augen die Wut und dachte, der boxt ihn gleich aus dem Zimmer.
Wir sollten den Dreck wegmachen und wenn es ihm gefällt, dürften wir noch eine Nacht bleiben. 
Wir machten also den Müll weg und residierten weiterhin in dem Bunker.
Danach trafen wir uns inder Eingangshalle mit den anderen, denn der Tag war noch längst nicht zu Ende!
Wir gingen zu einem Jazzkonzert. Der eine mag meinen “ist doch schön”, doch was soll ich auf der Studienfahrt auf einem Jazzkonzert?! Ich will feiern und mich daneben benehmen. Gut, letzteres taten wir ausgiebig, aber das feiern fehlte mir seeeehr. Irgendwann ging auch der Mist zu Ende und wir gingen zurück ins Hostel.
Onur und ich gingen in die hosteleigene Bar/Disco und wurden auch hier enttäuscht. Die Disco war ein kleiner schwarzangestrichener Raum, dessen eine Wand verspiegelt war und die Decke mit Lichtern voll gepflastert war. Die Bar ging noch. Sah an sich ganz gut aus, doch die Musik, die dort gespielt wurde war der Abschaum der Nation. Es war einfach Scheiße, doch es war der einzige bereich im Hostel wo man rauchen konnte. Wir waren also darauf angewiesen. Shisha rauchen durften wir leider nicht, doch der Barmann versicherte uns, dass die Feuermelder in den Zimmern nicht ausschlagen würden, wenn wir dort rauchen.
Das probierten wir gleich darauf aus, doch das Zimmer stank und wir unterließen es. Der Mittwoch war endlich zu Ende..
Und der Donnerstag ließ nicht lange auf sich warten. Onur und ich hatten das Frühstück abermals gemieden und zogen hungrig los. Es ging zur Bierbrauerei.
Ein Fünktchen Freude kam in mir auf, doch dort angekommen mussten wir uns erstmal eine Führung und jede Menge gelaber antun, bevor es ans Kosten ging. Das Bier war absolut ekelhaft sauer und ich war enttäuscht, das man Bier so verunstalten kann. Packt da doch nen bisschen Zucker und Aromen rein! Arschlöcher!
Weiter gings in eine Schokoladenfabrik. Was ich da sollte war mir nicht klar und so begann ich mit Onur wieder scheiße zu bauen. Wir fragten dumme Fragen und gaben unqualifizierte Kommentare von uns.
Danach hatte wir wieder ein wenig Freizeit, aßen was, kauften ein wenig ein und gammelten im Hotel rum und rauchten Shisha.
Am Abend gingen wir dann wieder los. Ein Konzert wartete auf uns. Niemand außer dem Lehrer hatte Lust und Onur und ich hatten keine andere Wahl, als den Kellner zu verarschen.
Ich wollte ne Fanta haben, die gabs nicht. Dann halt ne Sprite..gabs auch nicht. Bacardi Razz? Gabs auch nicht. Der Kellner war leicht gereizt, also bestellte Onur auch nochmal ne Fanta.
Michi nahm unseren Tipp “heute kostet Fanta nur die hälfte” auch wahr und versuchte ebenfalls eine Fanta zu bestellen. Wir lachten ein wenig und tranken letztendlich eine Cola.
Rauchen durfte man nicht und auf die Frage, ob wir cocaine nehmen dürften lachte die Chefin herzlich. Und wir lachten sie eiskalt aus. 
Der Typ, der musizierte sang französisch und niemand verstand auch nur ein Wort. Hinter uns am Ausgang saß die Chefin des Ladens, die voller begeisterung mitklatschte und sich wie ein kleines Kind freute, das gerade ein Spielzeugbagger geschenkt bekommen hatte. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen und zückte meine Kamera um sie zu filmen. Ein paar aus dem Kurs dachten, sie wären Erwachsen und müssten uns zur Ruhe bringen. So klaute Alisha meine Kamera und gab sie mir erst nach einer Weile zurück. Mhm.
Zurück im Hotel wussten wir nicht, was wir machen sollten. Lachten ein wenig über die Fernsehfrau, die wie jeden Tag fern sah und beschlossen dann Leute zu erschrecken.Ich setzte die am nachmittag gekaufte Maske auf, vermummte mich in der Jacke und los gings. Erstmal zu Richard, Jan und Thomas. 
Wir klopften 3 mal und dann schrie ich sie volle kanne an. Die schienen schon zu geschlafen zu haben und Thomas erschreckte sich volle pulle. Wir rannten in unser Zimmer zurück, denn der Chef konnte jede Sekunde aufkreuzen und lachten über unseren geilen Einfall.
Das wiederholten wir noch bei einigen anderen und gingen dann nach einem kurzen Besuch in der Bar ins Bett.
Am nächsten morgen verschliefen wir eiskalt und wurden durch ein energisches Klopfen an die Zimemertür geweckt. Wir hatten 2 Minuten, um uns anzuziehen.
Zusammen mit den anderen machten wir uns, obwohl jeder dagegen war, auf den Weg zum Schlachtfeld von Waterloo. Der Weg bestand aus einer halben Stunde Zugfahrt und einem mehr als einstündigen Lauf. Als wir dort angekommen waren erkannte unser Lehrer, dass es sich nicht lohnt 6 € für das Besteigen eines Bergs zu bezahlen und wir machten uns wieder auf den Heimweg. Das hat sich ja gelohnt! O.o Zurück fuhren wir glücklicher Weise mit dem Bus und dann mit dem Zug.
Es ging dann direkt weiter zum Parlament, wo uns wieder ein Vortrag erwartete, der sagen wir mal, nicht auf große Begeisterung stieß. Doch auch dieser war irgendwann abgesessen und wir gingen ins Hostel zurück.
Ab jetzt konnten wir machen was wir wollten. Also stehen, sitzen oder durch Brüssel laufen. Wir entschieden uns für die Shisha und rauchten ganz entspannt vor dem Hostel ne Pfeife.
Am Abend war in der Hostel-Bar ein Karaoke Abend, den wir warnahmen. Es wurde ein bisschen was getrunken und gegen 12 verließen Onur und ich die Bar um mit unserer Mission fortzufahren. Ich verkleidete mich wieder und wir erschreckten willkürlich Besucher des Hostels. Das war uns aber nicht genug und wir gingen raus um irgendwelche scheiß Brüssler zu erschrecken.
Das war ein Spaß. Hahahahahahaa wie die Eulenkinder geguckt haben.
Am Samstag morgen ging es dann los. ENDLICH! Wir packten unsere Sachen und verstauten die Koffer in einem Raum um nochmal durch Brüssel zu wandern. Gegen 11 trafen wir dann wieder am Hostel zusammen und machten uns auf den Weg zu Bahnhof…die Freude auf Hannover war extrem groß und als wir endlich im Zug saßen war die Erleichterung groß dort endlich weg zu kommen.
Wir hatten nichts zu tun, also gab ich mich als Sido aus und wir laberten die Leute im Zug ein bisschen voll.
Doch auch die längste Fahrt hat irgendwann ein Ende und wir erreichten Hannover!!
Ich liebe diese Stadt!
Der Ablauf ist nicht vollständig, doch einige Dinge kann ich nicht einordnen bzw hab jetzt kein Bock mehr.
- Frank, der Drogensüchtige.
- Die schlechteste Shisha-Bar weltweit
- Schnitzerein ins Bett.
- Der zugemüllte Blumenkasten vor unserem Fenster
- Marco, der Cleanerboy
- Die geilen Schwedinnen
- Hassan der schwerkriminelle
….
Hier schonmal die Fotos: Klick bada bada klick klack booom
Videos kommen noch..
Video 1: unser Zimmer,
Video 2: Thomas erschrecken